130922 - Höhenweg Karwendel West

22.09.2013

Trailrun - Höhenweg Karwendel West

Strecke: Station Härmelekopf/Seefeld 2034m - Nördlinger Hütte 2239m - Freiungen Höhenweg/Kuhljochspitze 2297m - Solsteinhaus 1806m - Gipfelstürmerweg - Frau-Hitt-Sattel 2270m - Seegrube 1906m - Gondel zum Hafelekar 2269m - Goetheweg - Pfeis - Stempeljoch 2215m - Herrenhäuser - Halltal - Hall

Ein bisschen unsicher war ich mir ja schon, ob's die beste Idee war, mit ca. 2200HM in den Beinen (Fr. Berglauf, Sa. Absamer Klettersteig) meine Idee anzugehen, den Karwendel Höhenweg West in einem Tag zu laufen. Aber Versuch macht schlau... oder so. Zur Sicherheit habe ich dann auch mal lieber ein paar GU-Gels mehr eingepackt, nach Essen ist mir außer bei Pausen ja eh selten, da kommt so ein Gel grade recht.

Meinen ursprünglichen Plan, in Reith bei Seefeld zu starten, habe ich wegen der nicht vorhandenen Pause am Vortag dann etwas verwässert und sparte mir die 1100HM Anstieg zur Nördlinger Hütte.
Sonntag früh mit der Bahn über Innsbruck nach Seefeld, mit den Rosshütte-Bahnen (Freizeitticket) bis zur Station Härmelekopf aufgefahren, Start um kurz nach 10:00 Uhr. Die Kälte der vergangenen Tage war verschwunden, die Schneefelder großteils abgeschmolzen, Sonne und Fernsicht!

Kurz vor der Nördlinger Hütte


Die Nördlinger Hütte ist schnell erreicht, hier startet auch direkt der Freiungen Höhenweg durch die Erlspitzgruppe. Stellenweise recht ausgesetzt und teilweise seilversichert lässt sich der Höhenweg nicht durchgängig laufend bewältigen (stürzen an manchen Punkten nicht zu empfehlen!). Nach ca. 2/3 der Strecke zum Solsteinhaus zweigt der kurze, steile Aufstieg zur Kuhljochspitze 2297m ab - lohnt sich, weiter Blick Richtung Zugspitzmassiv, Stubai, Zillertal... 




Der Weiterweg übers Höllkar zum Solsteinhaus ist zur Zeit wegen Steinschlaggefahr gesperrt - so musste ich den 500HM-Abstieg zur Solnalm 1644m in Kauf nehmen, bevor es zum Solsteinhaus ging. Cola-und-Kuchen-Pause in der Sonne, ziemlich viel Betrieb wegen der Bergmesse, daher bald wieder aufgebrochen. Am Kristenbach entlang geht es nochmals ca. 350HM abwärts, bevor am Jagdhaus in der Iss der Gipfelstürmersteig Richtung Frau-Hitt-Sattel startet. Anfangs feine Waldtrails, Wiesen dann wieder knackige Downhills und mühsames Steigen auf Karwendelschotter. Absolut einsam ist's hier, zwischen Solsteinhaus und Frau-Hitt-Sattel niemanden getroffen. 



Solstein Nordwand

Im Arzler Kar
Kumpfkarspitze (Mitte) & Kemacher (re.) 
Hier runter
Da wieder rauf - "Hallo, Frau Hitt!"
Am Frau-Hitt-Sattel, mit Blick auf Innsbruck, fühlte ich mich kurz, als hätte ich's schon fast hinter mir... Von wegen. Zumindest war höhenmeter-technisch das schlimmste geschafft: Dass ich mir den Weg auf den Gleirschsattel sparen und mit der Bahn auf's Hafelekar fahren würde, war spätestens im Schnee/Schotter-Gemisch kurz unter der Frau Hitt beschlossene Sache. Waden müde, Knie müde, Knöchel au,... Abbrechen wollte ich auf keinen Fall, daher lieber eine Gondelfahrt mit Cola und Schokolade und auf dem Goetheweg weiter. Bis zur Mandlscharte lief es nochmal richtig gut, fühlte mich auch nicht mehr so müde wie nach dem Anstieg zur Frau Hitt. Anstatt zur Pfeishütte lief ich den Pfad, der die Rumer Spitze nordseitig umrundet und traf nach kurzer Querfeldein-Querung wieder auf die Strecke zum Stempeljoch 2215m. 

Innsbruck
Rumer Spitz 
Mit Schnee viel schöner - die Stempelreis'n
Vom Stempeljoch ging's dann "nur noch" bergab, über die schottrige Stempelreis'n bis Höhe Issjöchl, zu den Herrenhäusern und über den Fluchtsteig bis zum Hackl. Ab hier dann mehr schlecht als recht über Absam nach Hause.

Fazit:
Prinzipiell würde der "offizielle" Karwendel Höhenweg West noch den Wilde-Bande-Steig und die Bettelwurfhütte mitnehmen. Für dieses Mal hat mir meine Version aber mehr als gereicht - geschätzt 40km und 2200+HM in knapp 8:30h inkl. Pausen. Wahrscheinlich lässt's mir aber eh keine Ruhe, dass ich (vielleicht ja nächstes Jahr?) die komplette Runde "by fair means" durchlaufe...
Wirklich sehr schöne Strecke durch's Karwendel, nie auf Asphalt oder Forstwegen, ausschließlich Trails, ausgesetzte Steige und vor allem kaum Menschen. Als Mehrtages-Bergtour sicher weniger anstrengend ;) 
Schwindelfrei, trittsicher, usw. usw. Pflicht, vor allem wenn man das Ganze schnell "erledigen" will. Und ein Trinkrucksack schadet keinesfalls!

1 Kommentar:

  1. Neid! Bei einer Wiederholung würde ich dann gerne mitspielen!

    Vielen Dank für dieses Abenteuer

    Jan

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